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FBL,
20 September 2007
Fiji
Nadi
16.09.2007
So, nun bin ich in der Luft, 11.300m hoch über dem Pacific. Ich habe einen Platz oben im Jumbo bekommen. Sehr viel Platz hier. Ich hatte einen wunderschönen Ausblick über Sydney. Jetzt genieße ich den Blick auf die Wolken.
Gestern Abend haben wir uns anlässlich meines Abschiedes mit 6 Leuten auf der Manly Wharf im Bavarian, einem sehr schön gelegenen Restaurant, getroffen. Dabei habe ich dann Dagmar kennen gelernt. Eine IT-Workoholic Frau, hätte ich Sie eher kennen gelernt hätte ich für gutes Geld Ihre Wohnung renovieren können. Im laufe des Abend habe ich dann heraus bekommen, das Sie Vizeweltmeisterin der Amateure im Bridge ist, so wie Sie mir erklärt hat denke ich das es ein bisschen anspruchsvoller als Doppelkopf ist. Ich werde wohl einmal in meiner Doko-Runde einen Antrag stellen…….Auf jeden Fall war es ein netter Abend. Heute Morgen dann hatte ich doch schon ein recht mulmiges Gefühl in mir, es war schon richtig unangenehm und begleitet mich jetzt schon seit ein paar Tagen. Wahrscheinlich ist es einfach die Tatsache die ich irgendwie verarbeiten muss, Australien jetzt zu verlassen. Wie finde ich mich wieder ein zuhause in Deutschland? Vielleicht habe ich mich ja auch verändert?
Aber jetzt genieße ich erst einmal Fidschi, gerade kommt die Durchsage vom Captain, 32° ich freue mich. Aber da ich gen Osten fliege ist es schon ist es schon wieder 2 Stunden später, jetzt bin ich also 10 Stunden versetzt mit Deutschland. 20 min bis zur Landung, ich muss jetzt aufhören. Spüre gerade wie er langsam den Sinkflug beginnt….
20.09.07
Was soll ich schreiben, ich war im Paradies, das kommt dem ganzen ziemlich nahe…..Also, nach der Landung in Nadi ging es zum Hotel. Das war sehr einfach ausgestattet!!!, aber Hauptsache die sonst von mir so verpönte Klimaanlage. Ohne die geht hier gar nichts. Obwohl es schon spät ist bin ich mit dem Taxi noch in die Stadt. Das hätte ich lieber nicht gemacht, denn es war die Enttäuschung pur. Eine Straße, recht dreckig und fast alle Geschäfte zu. Ich bin dann gleich wieder zurück zum Hotel und da ich sowieso müde war bin ich dann auch gleich eingeschlafen. (Natürlich mit vorheriger Kontrolle auf Mitbewohner). Am nächsten morgen dann früh zum Hafen wo ich auf dem Schoner „Spirit of the Pacific“ eingecheckt habe. Das ist ein ehemaliges 100t Schulschiff der Neuseeländischen Regierung. Im Ganzen waren wir 17 Gäste, eine ganz tolle Truppe, wie sich schnell herausstellte. 7 Fijianer waren auf dem Boot für uns da, eine super Crew. Die waren ewig guter Laune, die Yukolele und die Gitarren in Ihren Händen haben uns den ganzen Trip mit Gesang begleitet. Nach einem Begrüßungscocktail ging es dann los durch dieses wunderschöne Wasser. Nach 2 Stunden unser erster Schnorchelstopp, das Wasser, ein Traum. Klar bis 15m auf den Grund, warm und das Riff voller Farben und Fische.
Pause: Habe gerade mein Frühstück in 10.300m Höhe bekommen. Sitze wieder oben, fast leer hier und so habe ich meine Reihe allein für mich. 3.600 km nach Sydney und 4 h Zeit um ein paar Zeilen zu schreiben, wahrscheinlich meine letzten für dieses so andere Tagebuch, welches ich nun nach einem Jahr schließen werde. Aber zunächst weiter mit meinen Fijierlebnissen. Nach dem Schnorcheln ging es dann weiter hinaus auf das Meer. Irgendwann kamen dann ein paar Inseln in Sicht, die zu den äußeren im Westen gelegen Fiji-Islands gehören. Eine davon heißt Drawaya-Island, auf der es ein Resort gibt. Dieses nennt sich Barefoot-Resort. Ein Resort ganz anderer Art. Es gibt kein Strom auf der Insel, die Unterkünfte bestehen aus kleinen „Buren“, alle dicht am Strand gelegen. In der Mitte zwischen zwei wunderschönen Stränden (welche Sunsetbeach und Sunrisebeach heißen), gibt es das Haupthaus. Natürlich auch nur aus Palmenblättern und Holz. Hier wird gegessen, getrunken und gefeiert, bzw. alles gemeinsame veranstaltet. Wir haben ein Kawa kennengelernt, das ist ein längerer Willkommensritual bei dem getrunken(ein abscheuliches Getränk) und gesungen wird. Einheimische Tänze im Bambusrock sowie wieder viel Gesang begleitet von Gitarre und Yukolele.
Um 18:30 Uhr war es schon wieder stockdunkel, jeder hat ein Taschenlampe bekommen um zu seiner Bure zurück zu finden. Ja, was macht man auf so einer Inseln. Man liegt in der Hängematte und genießt die Sonne, den Blick auf die Palmen, auf das türkisfarbene Wasser. Alles ganz ruhig. Und wenn es zu warm ist schnorchelt man durch die Korallen. Abends dann der wunderschöne Sonnenuntergang. Das all ist wirklich ein Traum. Aus dem Bett heraus schaust Du auf den Palmenstrand und das Meer, der Schoner wiegt sich sanft, vor Ankerliegend, in den Wellen, alles ist wie ein Märchen. So fühlen wohl auch all die Pärchen in Ihren Buren, was mich dann irgendwann in der Nacht veranlasst hat meine Hütte zu verlassen um am anderen Strand die restliche Nacht in der Hängematte zu verbringen. Dort war dann nur das Rauschen der Wellen zu hören, der Himmel ein Meer von Sternen. Den Sunrise habe ich trotzdem verpasst. Da ich ja nie so recht still sein kann (Ich habe mich also nicht verändert), habe ich natürlich die Möglichkeit genutzt richtig Tauchen zu gehen. Zusammen mit Keith, einem Engländer, auch 45 Jahre alt, bin ich dann in einem kleinem Boot zu einer anderen Insel gefahren. Dort gibt es eine Taucherbase und Hütten für Backpacker. Unser Tauchlehrer, Sharif, ebenfalls ein Engländer, hat uns dann noch einmal alles Wichtige über das Tauchen erzählt und ab ging es zum Strand. Da ich mich im Wasser recht wohl fühle und auch sicher bin konnte ich dann schnell auch auf eigene Faust los, wobei ich den Blickkontakt zu Sharif oft gesucht habe, um Ihm mit zu teilen, das alles ok ist. Er war halt recht besorgt, bzw. ist das ja wohl auch sein Job. Während er mit Keith dann meist an der Oberfläche war bin ich dann herunter auf 9m und habe alles Mögliche ausprobiert. Den Blick nach oben finde ich besonders schön, die Sonnenstrahlen die auch hier unten noch die Korallen und Fische zum Leuchten bringen. Ich empfinde es als so wunderschön, sich so harmonisch durch das Meer gleiten zu lassen. Ich bin mitten durch einen Schwarm von hunderten, wunderschönen blau leuchtenden Fischen geschwommen. Diese Ruhe ist so einmalig. Die Bewegungen wie in der Schwerelosigkeit, ich finde kaum Worte dafür all das zu beschreiben. Während ich dies hier so schreibe und aus dem Fenster auf den Pacific schaue ist mir zu mute, als wenn ich das ganze gerade wieder erlebe. Nach 40 Minuten, die wie im Fluge vergingen, sind wir dann wieder aufgetaucht. Ich muss, trotz aller Ruhe die ich dort unten verspürt habe, trotzdem recht aktiv unter Wasser gewesen sein (nein ich hatte kein Werkzeugkoffer mit unter Wasser). Meine Flasche war im Gegensatz zu Keith’s um 30% leerer. Das nicht mehr soviel drin war hatte ich allerdings auch auf meinem Tauchcomputer abgelesen. Mit dem konnte ich auch immer meine Tiefe überprüfen. Aber ich bin halt auch viel gegen die Stömung geschwommen, das verbraucht Sauerstoff. Auf jedenfall war das ganze ein wunderschönes Erlebnis.
Zurück auf unser Insel ging es dann auch gleich weiter mit dem Schoner zu einer Nachbarinsel. Dort haben wir „Eingeboren“ besucht, wieder eine „Kawa“ erlebt und konnten uns anschauen wie die Menschen dort leben. Absolut primitiv!!! Aber dem Anschein nach sehr glücklich. Jeder ist für Jeden da, alles wird geteilt. Ich habe den Kinder dort Gummibärchen mitgebracht. Als ich diese verteilt habe fühle ich mich doch irgendwie unwohl. Es waren nur Gummibärchen, aber alle wollten welche haben, einschließlich der Erwachsenen. Zum Schluss gab es noch einen kleinen Markt mit selbst erstellten Sachen. Das meiste sah für mich eher wie Chinaware aus.
Zurück auf dem Schoner (es wird übrigens überall nur geankert und mit dem Beiboot ausgeschifft) gab es dann ein sehr schönes Buffet mit Cocktails, das Boot war mit Palmenblättern und vielen Blüten geschmückt und dazu gab es wieder die traditionelle Musik. Jeder fühlte sich wohl. Den Sunset haben wir dann, vor unserer Insel ankernd, mit weiteren Cocktails erlebt. Abends wieder ein schönes Beisammensein im Haupthaus, noch ein paar traditionelle Tänze wo alle mitgemacht haben. In einem Competition sind dann 3 Gruppen gegeneinander angetreten. ENGLAND, AUSTRALIEN, NETHERLAND/GERMANY und FIJI waren die Gruppen. Als der Gewinner ermittelt wurde gab es Champagner für alle bei einem Lagerfeuer am Strand unter den Palmen.
Am nächsten Tag gab es dann Frühstück an Bord und es ging zurück Richtung Festland. Unterwegs konnten wir wieder schnorcheln, haben noch eine weitere typische Fijiinsel besucht (127 m im Durchmesser) und sind danach bei herrlichstem Sonnenschein unter Segel weiter zum Hafen.
Nach austauschen all möglicher Adressen trennten sich dann hier unsere Wege. Das war eine wunderschöne Tour, nette Leute und eine wirklich tolle Crew, der man anmerkte das es Ihr auch selber Spaß gemacht hat.
Ups, ich habe gerade einen Tomatensaft bekommen, probiert und ich denke der war halb voller Tabasco!!!!!!! Der Akku vom Laptop ist auch gleich leer, ich hoffe Ihn irgendwo auf dem Airport in Sydney noch laden zu können um all dies ins IT zu stellen. Gleich erwartet mich noch ein kleines Gepäckproblem, ich muss versuchen irgendwie 48 kg mit in den Flieger zu bekommen.
Und jetzt, mit einem sehr merkwürdigen Gefühl im Bauch, schließe ich dieses „Tagebuch“. Ich kann es irgendwie noch nicht richtig glauben, dass jetzt alles vorbei sein soll und meine Gefühle sind sehr gemischter Art. Auch wenn ich kein richtiges zuhause hier in Australien hatte, so habe ich doch das Gefühl mein zuhause zu verlassen. Wenn ich beschreiben soll auf was ich mich freue, dann ist es nicht Ahrensburg, meine Wohnung oder mein Wohnmobil, es sind all die Personen die ich wieder sehen werde. Meine Kinder Nico und Jan, meine Eltern, meine Dokorunde mit Familie und all diejenigen, deren E-Mails ich so gerne gelesen habe.
So, das war es und mir kommen die Tränen …….ich werde das auch nicht noch einmal durchlesen.
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